13.12.2019

 

Geschichten, die das Leben schreibt

 

Eine der schönsten Seiten an meiner Arbeit als Fotografin ist, dass man mit Menschen fast jeden Alters und mit deren Geschichten in Berührung kommt. So auch gestern bei einem kleinen, familiären Shooting von zwei Schwestern, die ihre Eltern zu Weihnachten mit ein paar schönen Fotos von sich und ihren beiden zuckersüßen Hunden überraschen wollen. Ansich nichts Aussergewöhnliches. Die beiden Hunde waren super lieb und zugänglich. Haben fast jeden Spaß mit gemacht und auch die beiden Mädels waren voll bei der Sache. So verging die Zeit fast wie im Flug.

 

Erst als ich wieder alles zusammengepackt und bereits im Gehen war, begannen die beiden mir zu erzählen, warum sie Fotos mit den Hunden wollte und mir wurde eine so tragische Geschichte erzählt, wie sie nur das Leben schreiben kann.

 

Es war der Sommerurlaub der Familie auf einem Campingplatz in Italien. Selbstverständlich waren beide Hunde mit. Der Ältere gehörte zu der größeren Schwester, der Jüngere zu der Kleineren. Letzterer war noch nicht ganz ein Jahr alt, als sie sich auf die Reise machten und der geliebte Augapfel der ganzen Familie. Sie haben sich auf einem Campingplatz nieder gelassen, auf dem Hunde erlaubt und somit auch der ein oder andere lebhafte Vierbeiner mit Herrchen und Frauchen Urlaub machte.

Gerade mal 2 Tage nach der Ankunft passierte es dann. Der kleine Hund (nennen wir ihn Hugo) war angeleint, als sich unter dem Wohnwagen der Familie ein anderer Vierbeiner seinen Weg bahnte. Unbemerkt von der Familie und dessen Herrchen. Er visierte Hugo an, sprang auf ihn drauf und verbiss sich gnadenlos in dem kleinen Körper. Für Hugo gab es kein Entkommen. Entsetzt ging das große Mädchen sofort dazwischen. Warf sich auf die beiden Hunde drauf, aber konnte Hugo nicht befreien. Es waren schreckliche Minuten, bis endlich der Besitzer des Angreifers kam und diesen zurück rief. Klein Hugo lag erschöpft da. Aber er bewegte sich und atmete noch. Sein kleines Frauchen ließ ihn in der Obhut ihrer Mutter und rannte sofort zur Rezeption um Hilfe zu holen. Hugo blutete. Trotz Sprachbarriere schaffte es die kleine Kämpferin, mit Hilfe von anderen Urlaubern, die Adresse eines Tierarztes zu bekommen, zu dem sich die Familie sofort auf den Weg machte. Es war eine halbe Stunde Fahrt und Hugo kämpfte um sein junges Leben in den Armen seiner geschockten Besitzerin. Sein Atem wurde immer flacher, und seine Energie verließ ihn. Als sie beim Tierarzt ankamen, war der kleine Mann schon über die Regenbogenbrücke gegangen. Er hatte es leider nicht geschafft.

 

Die Familie brach den Urlaub sofort ab und konnte den Kleinen, nach einigen Verhandlungen mit den italienischen Behörden, auch mit nach Hause nehmen und ihn dann dort beisetzen.

 

Bei allen saß der Schock tief. Die Trauer war unbeschreiblich und bis heute haben sich vor allem die beiden Mädels noch nicht so ganz davon erholt. Wer einmal ein geliebtes Tier verloren hat, wird sich vorstellen können, wie das ist.

 

Bei aller Trauer, war es aber keine Option, nur mit einem Hund weiter zu leben. Einige Wochen später zog dann Piccolo (Name geändert) ein und komplettierte die Familie wieder mit seinem herrlichen Wesen.

 

Beide Hunde durfte ich gestern kennenlernen. Ich habe schon ein paar mal mit Hunden gearbeitet, muss aber sagen, dass mir so liebe, zugängliche und ausgeglichene Tiere selten unter gekommen sind.

 

Die Fotos der beiden Mädchen mit ihren Hunden sollen zum einen ein Abschluss und ein Schlussstrich unter diesem tragischen Jahr sein. Und gleichzeitig ein Zeichen für einen Neuanfang.

 

Ich ziehe den Hut vor beiden Mädels, die so stark gekämpft haben! Danke, dass ich die Geschichte mit euch teilen darf.  

"Hugo"

Dieses Bild wurde mir freundlicher Weise zur Verfügung gestellt

08.12.2019

 

UPDATE Linie 7ieben Bandshooting

 

Heute nun darf ich euch das nächste Bild von dem Bandshooting (siehe Beitrag v. 03.12.19) vorstellen:

06.12.2019

 

Nikolaustag! Wie sehr ich die Weihnachtszeit liebe! Grund genug bei den kalten und dunklen Abenden, sich die Zeit im kuscheligen Heim mit ein bisschen Spielerei und Fotografie zu beschäftigen. Somit ergab sich ein lustiger Abend mit selbstgemachten Punsch, einem offenen Shooting und einfach tollen gemeinsamen Stunden! Und somit einen Tag später ein paar wirklich tolle Bilder im Nikolausstiefel. Danke dafür.

03.12.2019

 

Advent, Advent! Was soll ich sagen - ich liebe die Vorweihnachtszeit! Und bin ein ziemlicher Streberwichtel, was das anbelangt. Der Baum ist schon geschmückt, die Geschenke schon besorgt und in der Tat schon verpackt! So bleibt mir mehr Zeit, Weihnachtsmärkte und Treffen mit Freunden zu genießen. Und natürlich auch für ein paar kleine Weihnachtsshootings! Ihr dürft gespannt sein.

 

Heute aber möchte ich euch kurz von einem wirklich lustigen Bandshooting mit der tollen Leipziger Band Linie 7ieben berichten. Deren Songs begleiten mich schon seit Jahren und sind aus dem Leben gegriffen! Umso mehr hat es mich gefreut, dass sie mich für ihre neuen Bandphotos auserwählt haben!

Wir haben uns in der Traumlocation Pool Garden in Leipzig getroffen und konnten uns dort so richtig austoben! Dank meiner neuen, kleinen, mobilen Studioausrüstung wurde das ein richtiger Spaß! Wir haben viel gelacht, noch mehr ausprobiert und gar nicht bemerkt, wie die Zeit einfach so verstrich. In der Adventszeit werden jetzt peu à peu die Bilder veröffentlicht, die ich euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte. Somit bin ich stolz euch hier die ersten Ergebnisse vorstellen zu können!

23.11.2019

 

Macht das einen Spaß! Ich durfte ich ein tolles Event fotografieren, bei dem meine Blitzanlage ebenfalls tapfer zum Einsatz kam. Die tolle Band Nightfever aus Leipzig ist dort u.a. aufgetreten und haben mal richtig für Stimmung gesorgt. Ein paar Impressionen dazu möchte ich auch gern mit euch teilen!

13.11.2019

 

Geburtstage haben es in sich. Und ich darf mich unheimlich glücklich schätzen, so wundervolle Freunde und eine tolle Familie zu haben, die mich bei meinem "Fotospleen" unterstützen. So darf ich nun eine kleine Blitzanlage inklusive Stativen und Softboxen mein eigen nennen und ich habe sie sofort eingeweiht. In diesem Sinne ein dickes Dankeschön an mein spontanes Model!

 

Ich bin absolut glücklich mit meinem neuen Equipment und den Ergebnissen. Ich habe auch schon einige andere "Schandtaten" damit vor. Näheres dazu dann wieder hier.

17.09.2019

 

Es ist in den letzten Jahren etwas still geworden um mich herum. Aber untätig war ich ganz und gar nicht. Inzwischen kann man sagen, dass wir in Grimma richtig angekommen sind. Wir fühlen uns wohl und aufgenommen. Es ist zu unserer Heimat geworden.

 

Fotografisch hat sich auch Einiges getan. Es gab verschiedene Shootings von Porträit bis Familie. Auch Hochzeiten waren dabei. Für mich war das am Anfang eher Neuland, aber es ergab sich einfach, dass ich gefragt wurde. Somit habe ich mich kopfüber in das Abenteuer Hochzeitsfotografie gestürzt und es lieben gelernt! Ein Teil eines solch wundervollen Tages voller Emotionen, Gänsehautmomenten und Freude zu sein, belebt mich hinter der Kamera unheimlich. In diesem Sinne an meine Brautpaare ein riesen Dankeschön dafür! Ich liebe es und freue mich schon riesig auf noch viele Weitere!

 

 

19.05.2017

 

Ein offener Brief

in memoriam an Marcel Behling

 

"Traumtänzer und Zauberer des Lächelns"

 

06.02.1999 -  13.05.2017

 

 

Mein lieber Marcel,


es ist jetzt knapp eine Woche her, dass ich von deinem Tod erfahren habe. Bitte verzeih mir, aber ich habe etwas gebraucht um mich zu sortieren. Wie so viele, hat es auch mich voll aus der Kalten erwischt. Dabei habe ich noch 2 Tage zuvor mit meinem Sohn über dich gesprochen. Ich ärgere mich sehr, dass ich dir nicht gleich geschrieben haben, wie ich es vor hatte. Nun ist es zu spät und mir bleibt nur noch diese weiße Word-Seite auf dem Bildschirm, um los zu werden, was ich dir viel öfter hätte sagen sollen. Wir haben uns nicht sehr gut gekannt. Eher flüchtig und im Grunde warst du der Freund meines Sohnes. Dieser ist derzeit allerdings nicht so in der Lage / Verfassung, seine Gedanken auf Papier zu bringen. Gerade verdrängt er ordentlich. Pubertät. Mehr muss ich dazu nicht sagen. Also übernehme ich das auch mit für ihn.
Dein Weggehen war ein Schlag ins Gesicht und ein Tritt ins Herz. Du kannst nichts dafür, also mach dir keine Gedanken. Mir wird seitdem nur immer wieder bewusst, wie sehr dich diese Welt vermissen wird. Gerade Menschen wie dich, brauchen wir doch hier so dringend. Manchmal frage ich mich, ob irgendein größerer Plan hinter all dem steckt. Du kennst sicher das Sprichwort: „Wen Gott liebt, nimmt er zu sich.“. Ein schwacher Trost und etwas egoistisch von ihm, wie ich finde. Es macht mich wütend – auch wenn ich weiß, dass du das nicht wirklich verstehen würdest.
Marcel, du warst einer der besten und treuesten Freunde die mein Sohn während unserer Zeit in Engers hatte. Auf dich war immer Verlass. Sei es bei den Pfadis oder bei der Hilfe bei den Schulaufgaben von ihm. Hast als Älterer ihn heim gebracht, wenn es dunkel war, und ihm so verdammt oft geholfen. Trotz aller Schwierigkeiten, die er hatte, ein Lachen aufs Gesicht gezaubert. Mit Kissenschlachten, Verstecken oder Tanzeinlagen in unserem Wohnzimmer. Du dachtest sicher, ich wüßte nix davon – aber er hat mir immer wieder davon erzählt.
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mich bei dir bedankt habe, aber ich habe das Gefühl, dass es nie genug war. Einen Menschen wie dich, der immer sofort da ist, wenn man selbst - oder auch andere - in der Klemme stecken, gibt es nicht sehr oft. Dabei weißt du selbst mehr als gut genug, was Leid bedeutet. Vielleicht bekommen genau die Menschen, die so ein schweres Schicksal erleiden mussten, ein so großes Herz wie deines geschenkt. Das genau hat dich ausgemacht. Deine Liebe zur Musik und zum Tanz. Zu deinem Vater und euer unglaublicher Zusammenhalt. Du warst ein verdammt guter Sohn! Es war so wundervoll, wie gern du dich in deine Musik und dein Selbst zurückgezogen hast. Ich sehe dich noch mit den Kopfhörern und diesem verträumten Blick an der Ampel stehen.
Und dann unser letztes Treffen, ohne dass wir uns dessen bewusst waren. Ein paar Tage vor unserem Wegzug. Du bist bei uns vorbei gekommen mit einem Abschiedsgeschenk für meinen Sohn. Du warst der Einzige seiner Freunde, der sich richtig verabschiedet hat. Als mein Sohn mir damals die beigelegte Karte von dir vorgelesen hat, haben wir beide geweint. Das war einfach wundervoll.
Wir haben einiges zurückgelassen, was wir heute sehr vermissen. Du bist ein großer Teil davon. Damals blieb ja immer der Gedanke, dass man ja nicht aus der Welt ist. Wir haben uns fest vorgenommen dich zu besuchen. Leider nun an diesem Ort, den wir in Engers bisher eher gemieden haben. Aber ich verspreche, wir werden da sein. Wie so viele andere – da bin ich mir sicher.

 

Ich wünsche dir ein Wiedersehen mit denen, die du auf dieser Welt so sehr vermisst hast. Dass du dort, wo du jetzt bist, kein Zeitempfinden hast, was das Warten auf die Zurückgebliebenen so schwer macht. Dass du ganz viele Regenbogenschafe um dich hast mit denen du durch die Zeit tanzen kannst.
Vielleicht blickst du hin und wieder zu uns hinab und hörst uns dabei zu, was wir dir in unseren (Tag-) Träumen so erzählen. Aber vor allem wünsche ich dir seelischen Frieden. Du bist einer der wenigen richtig guten Menschen, die ich kennen lernen durfte. Behalte dir das und du wirst sehen, dass am Ende alles gut wird!

 

Für immer deine Freundin,
Anja

18.10.2016

 

Der Weg..

 

Heimat kann überall sein, dessen bin ich sicher. Eben dort, wo man sich aufgehoben und geborgen fühlt.

Wenn jemand vor 10 Jahren mich gefragt hätte, ob ich meiner Geburtsstadt und meinem Lebensmittelpunkt Leipzig jemals den Rücken kehren würde, hätte ich mehr als energisch mit „Nein!“ geantwortet. Wie das aber so ist, geht das Leben ab und zu seine eigenen Wege. So verließ ich 2009 Leipzig und ging nach Rheinland-Pfalz. Für mich damals eine absolut durchdachte Entscheidung, sah ich doch in Leipzig nur noch wenig Zukunftsperspektiven für meinen Sohn und mich. Nach den ersten Umzugswirren zog irgendwann der Alltag bei uns ein und ich stellte erschreckend fest, wie schwer es mir fiel, Anschluss zu finden. Die ersten beiden Jahre waren für uns nicht die besten. Heimweh hat sich breit gemacht. Wir vermissten unsere Freunde und Familie und kein Telefonat der Welt hätte das ersetzen können. Einige wenige Wegbegleiter lernten wir kennen, aber schnell war zu erkennen, dass die Mentalität von einigen eine ganz andere war als die unsere. Ich jobbte mich durchs Leben und hatte es sehr schwer, eine vernünftige Anstellung zu finden. Erst 2011 – durch das beherzte Handeln eines (inzwischen sehr guten) Freundes – schaffte ich den Sprung in eine feste Anstellung. Das war der Wendepunkt. Die Arbeit machte mir richtig Spaß und ich wurde angenommen. Ja beinah aufgefangen. Von Kollegen und dem Kundenkreis gleichermaßen. Nur selten störte sich noch jemand an meinem leicht sächsischen Dialekt. Als wir dann nach der Probezeit in den Ort der Arbeitsstelle am Rhein zogen, schien alles perfekt. Eine wundervolle Wohnung, mein eigenes Auskommen und auch mein Sohn begann sich einzuleben. Wir lernten gute Freunde kennen und auch wenn es sicher nicht vergleichbar war, so wurde diese Gegend und ihre Menschen zu unserer neuen Heimat. Wir hatten uns eingelebt. 5 Jahre blieben wir dort und ich denke, wenn das Schicksal es mit uns anders gemeint hätte, wären wir auch da geblieben. Aber wir lernten auch Schattenseiten kennen. Obgleich wir viel Unterstützung sowie gute Freunde und Bekannte gefunden haben, schwächelte unser „Glück“ an anderen, äußeren Umständen. Anfangs war ich zuversichtlich. Das wird sich schon alles klären – weiter kämpfen. Aber die Fronten wurden mehr und mehr. Die Mauern, die ich versuchte einzurennen, wurden immer größer, bis ich eines Tages kapitulierte. Dabei ging es um das Wichtigste in meinem Leben: das Wohlergehen meines Kindes.

 

Es war eine absolute Affektreaktion, mich wieder in Sachsen zu bewerben. Und um ehrlich zu sein, hatte ich mir auch wenig Erfolgschancen ausgerechnet. Wusste ich noch zu genau, wie schwer es war, einen guten Job im Rheinland zu finden. Und ohne eine Arbeit, würde ich nie wieder meinen Lebensstandort ändern.  

 

Aber ich sollte überrascht werden. Die Angebote flatterten nur so ins Haus. Teilweise hätte man mich sogar eingestellt, ohne mich jemals gesehen zu haben. Das war mir noch nie passiert und überstieg meine Erwartungen bei weitem. Danach schien alles ein Selbstläufer zu sein. Schnell war eine Wohnung in Arbeitsnähe gefunden und auch eine neue Schule für meinen Sohn. Dass ein länderübergreifender Wechsel mitten im Schuljahr einige Herausforderungen barg, war mir bewusst. Aber auch mein Sohn wollte „nach Hause“. Im Gegensatz zum Umzug ins Rheinland, hatte ich nicht eine Sekunde lang Zweifel. Auch das war neu für mich.  

 

Anfang 2016 bezogen wir dann unser neues Domizil und ich stellte sehr schnell fest, dass es ganz anders war. Wie auf Wolken lebte ich die letzten Monate. Freute mich über altbekannte Gesichter und auch über neue Freundschaften. Dieses zauberhafte Gefühl, wenn man Menschen nach Jahren wieder trifft und genau dort weiter machen kann, wo man aufgehört hat. Als wäre nie ein Tag vergangen. Der Weg ebnete sich immer mehr und bald waren auch die letzten Steine aus dem Weg geräumt.

 

Heute nun sind wir wieder hier. Angekommen. Angenommen. Und so unendlich dankbar für EUCH. Gleichermaßen jeden, der uns begleitet hat und auch hier wieder in seine Arme geschlossen hat. Auch wenn wir viele Gesichter aus der „zweiten Heimat“ schmerzlich vermissen, so lebt unser Herz doch hier.

Manchmal muss man eben sehr weit gehen, um zu erkennen, wohin man gehört..

 

 


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